St. Joseph Krankenhaus

Zentrum für Vasculäre Malformationen bei Kindern (ZVM)

Hämangiome

Hämangiome sind gutartige Tumore, die etwa drei Prozent aller Neugeborenen entwickeln. Frühgeborene sind noch häufiger betroffen. Die Mehrzahl der Hämangiome sind harmlose rote kapilläre Tumore, die die Hautoberfläche oder die Haut und das Unterhautgewebe betreffen. Der Großteil der Hämangiome muss nicht behandelt werden. Befindet sich das Hämangiom an einer für die Funktion oder äußere Erscheinung ungünstigen Stelle (z.B. Augenlid, Augenhöhle, Gesicht, Ano-Genitale, Hand oder Fuß), sollte möglichst früh und konsequent therapiert werden. Das gilt auch bei ausgedehnten (segmentalen) Hämangiomen sowie bei Beteiligung innerer Organe oder der Atemwege.

Über Hämangiome

Diese Therapieformen kommen einzeln oder kombiniert in Frage:

Arterio-venöse Malformationen

Arterio-Venöse Malformationen (AVM) sind angeborene Fehlbildungen des arteriellen und venösen Gefäßsystems zusammen. Während der embryonalen Entwicklung entstehen Kurzschlüsse (Fisteln) zwischen Arterien und Venen, es bildet sich ein Geflecht von kleinsten und kleinen Gefäßen, über die unterschiedlich große Blutmengen fließen. Manchmal ist der Blutfluss über diese Fisteln so stark, dass das Herz mit der Zeit überlastet wird.

Arterio-Venöse Malformationen können an vielen Stellen des Körpers auftreten, die Haut verfärben und Schwellungen, die teilweise pulsieren, verursachen. Gelegentlich kommt es zu Blutungen nach außen bis hin zu lebensbedrohlichen Blutungen.

AVM sind die am schwierigsten zu behandelnden Vasculären Malformationen. Sie neigen zu Rezidiven. Hat man ein Fistelgebiet saniert, so entstehen über Umgehungskreisläufe (Kollaterale) neue Kurzschlüsse. Bei der Behandlung muss man den eigentlichen Herd (Nidus) der Fistelverbindungen verschließen oder beseitigen. Ein Verschluss der zuführenden Gefäße der AVM reicht nicht aus.

Zur Behandlung stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, die einzeln oder in Kombination angewendet werden:

Lymphatische Malformationen (Lymphangiome)

Lymphangiome sind angeborene Fehlbildungen des Lymphgefäßsystems. Sie können an sehr verschiedenen Stellen des Körpers auftreten: in den Hals- und Gesichtsweichteilen (Lymphangioma colli), im Unterhautgewebe an den Extremitäten oder am Rumpf, in der Brusthöhle, in der Bauchhöhle oder im Knochen.

Oft sind sie bereits bei Geburt sichtbar. Manchmal kommen sie aber erst nach Jahren zum Vorschein, wenn sich oft durch einen Virusinfekt ausgelöst in vorhandenen Zysten vermehrt Flüssigkeit bildet und das Gewebe anschwillt. Lymphangiome können kleine und große Zysten beinhalten, die keinen normalen Anschluss an das gesunde Lymphsystem haben. Wir sprechen deshalb von mikro- und makrocystischen Lymphangiomen.

Selten sind Lymphangiome so abgegrenzt, dass man sie operativ komplett entfernen kann. Häufig verbleiben trotz Therapie Areale mit kleinsten Zysten, die im Verlauf wieder an Volumen zunehmen können und dann ein Rezidiv vortäuschen, obwohl Verbliebenes einfach größer geworden ist.

Zur Behandlung stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, die einzeln oder in Kombination angewendet werden:

Vasculäre Malformationen

Vasculäre Malformationen entstehen bereits während der embryonalen Entwicklung. Sie sind also angeboren. Dies ist völlig anders als bei den Hämangiomen. Hämangiome sind wachsende und im Verlauf wieder schrumpfende Tumore bestehend aus Kapillaren.

Vasculären Malformationen – betroffene Gefäßsysteme

Drei Gefäßsysteme können in der Gruppe der Vasculären Malformationen betroffen sein:

  • das lymphatische Gefäßsystem (Lymphatische Malformationen, auch Lymphangiome genannt)
  • das venöse Gefäßsystem (Venöse Malformationen) oder
  • das arterielle Gefäßsystem (Arterio-Venöse Malformationen).

Darüber hinaus gibt es gemischte Formen, die zum Teil mit verschiedenen Syndromnamen versehen werden. Diese Syndrom-Begriffe wie das Klippel-Trénaunay-Weber-Syndrom sind problematisch, weil die Betroffenen häufig nur zum Teil in diese Schemata passen.

 

Venöse Malformationen

Venöse Malformationen (VM) sind angeborene Fehlbildungen des venösen Gefäßsystems. Sie können in der Haut, im Unterhautgewebe, in der Muskulatur und um innere Organe herum auftreten. Diesen falsch gebauten Venen fehlt häufig die Festigkeit normaler Venen, sie weiten sich deshalb mit der Zeit aus (sie dilatieren) und können so wachsende Tumoren vortäuschen. Häufig ist bei Geburt noch nichts zu sehen, manchmal erst nach vielen Jahren macht sich die Venöse Malformation durch Dilatation bemerkbar. Wenn die Haut betroffen ist, so sieht man die Fehlbildung meist sofort. Sitzt die VM z.B. in der Muskulatur eines Beins, so kann sie erst nach Jahren durch Dilatationsschmerzen beim Laufen auffallen. Gerade in diesen Fällen dauert es lange, bis die richtige Diagnose gestellt wird, viele Fehldiagnosen kommen vor. Im Kopf- und Halsbereich kann eine Gesichtshälfte ganz betroffen sein mit Durchsetzung der Haut, Muskulatur und der Schleimhaut der Mundhöhle oder des Rachens. Wird der Kopf gesenkt, so füllen sich die veränderten Venen vermehrt.

Zur Behandlung stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, die einzeln oder in Kombination angewendet werden:

Naevus flammeus (Feuermal)

Das Feuermal ist bei Geburt vorhanden als zunächst hellrote und später dunkler rote Färbung der Haut im Gesicht oder anderen Stellen des Körpers. Es nimmt in der Flächenausdehnung nicht zu. Man muss es vom „Storchenbiss“ (Naevus flammeus simplex) unterscheiden. Die Haut selbst ist normal angelegt, die Dichte der sympathischen Nervenfasern ist aber geringer. Diese sorgen dafür im Normalfall dafür, dass die vorhandenen kleinsten Gefäße, die Kapillaren, eng gestellt werden. Funktioniert das nur eingeschränkt, so bleiben die Kapillaren in der Haut weit und blutgefüllt, die Haut bleibt ständig „schamrot“.

Manche Feuermale im Gesicht können auf ein Sturge-Weber-Syndrom hinweisen zusätzlich zu Glaukomen (erhöhter Augeninndruck) und Gefäßfehlbildungen an den Hirnhäuten. 
Einige Betroffene können im Jugendlichen- und Erwachsenenalter zusätzlich im Bereich der Feuermale eine Gewebsvermehrung (Bindegewebshypertrophie) entwickeln, die zum Teil erhebliche Deformationen wie zum Beispiel einer verdickten Lippe führen können und plastischer Operationen bedürfen zur Volumenreduktion. Die Ursache dieser Bindegewebshypertrophie ist bisher nicht bekannt.

Therapie

Das Feuermal lässt sich gut mit dem Farbstofflaser (Wellenlänge 595 nm) in Narkose behandeln. Der Laserstrahl hat eine geringe Eindringtiefe, er wird von roten Strukturen gut absorbiert und führt zum Platzen der roten Blutkörperchen und der Kapillaren. Es tritt etwas Blut in die oberste Hautschicht aus und verursacht eine dunkelrot bis blaue Verfärbung, Purpura genannt, die nach ca. 10 Tagen wieder verschwindet. Durch die Verminderung der Zahl der Kapillaren wird die Haut mit der Zeit blasser. Man benötigt 4 bis 8 Behandlungen in 6- bis 8-wöchigen Abständen.

 

NOTAUFNAHME - Tempelhof
St. Joseph Krankenhaus Berlin
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Schnelle Hilfe im Notfall
Notrufnummern
Notrufnummer
112

In einem akuten, lebensbedrohlichen Notfall ist die Notrufnummer der Feuerwehr bzw. des Rettungsdienstes zu wählen. 

Kassenärztlicher Bereitschaftsdienst
116 117

Wenn kein akuter Notfall vorliegt. Bundesweite Rufnummer des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes (24/7).

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Prof. Dr. med. Michael Abou-Dakn
Prof. Dr. med. Michael Abou-Dakn
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